Pseudomugil furcatus (Gabelschwanz Blauauge)

Pseudomugil furcatus ist ein friedlicher, lebhafter Fisch aus der Familie der Blauaugen. Er lässt sich problemlos pflegen und auch recht leicht zur Fortpflanzung anregen. Etwas Geduld und Fingerspitzengefühl sind jedoch gefragt, wenn man mehr als nur vereinzelte Jungfische großziehen möchte, wie sie in dicht bepflanzten Becken gelegentlich zufällig hochkommen.

Methode 1 – Zucht im 25‑Liter‑Becken

Zur gezielten Nachzucht werden in ein 25‑Liter‑Becken etwa drei Paare, idealerweise mit einem überschüssigen Anteil an Weibchen, gesetzt. Das Becken kann mit oder ohne Bodengrund betrieben werden; entscheidend ist eine dichte Bepflanzung mit fein strukturierten Pflanzen, besonders Javamoos, das als Laichsubstrat dient. Ein freier Schwimmbereich sollte für die Balz erhalten bleiben.

 

Es wird Dortmunder Leitungswasser verwendet. Als Futter dienen vor allem gut gespülte, aufgetaute Frostfuttersorten wie Artemia, Cyclops, weiße oder schwarze Mückenlarven; gelegentlich auch rote. Granulat- und Flockenfutter werden ebenfalls gut angenommen.

 

Nach etwa zehn Tagen werden die Elterntiere entfernt, anschließend erfolgt ein Wasserwechsel von rund 50 %. Sobald erste Jungfische unter der Oberfläche sichtbar sind, wird täglich ein Stäbchen Protogen‑Granulat zugesetzt. Im Halbdunkel erkennt man die winzigen Fischchen gut an ihren charakteristisch blau leuchtenden Augen, besonders, wenn man sie mit einer Taschenlampe anstrahlt.

 

In dieser ersten Phase fressen die Jungfische frisch geschlüpfte Artemianauplien und Kleinstlebewesen im Javamoos. Eine Lupe hilft bei der Kontrolle, ob sie tatsächlich Nahrung aufnehmen. Nach etwa zwei Wochen kann morgens anstelle des Protogen‑Granulats staubfeines Trockenfutter gereicht werden.

 

Fein gesiebte Cyclops werden ab einem Alter von etwa zwei Monaten vorsichtig zugefüttert. Sobald die Jungtiere sie sicher bewältigen, kann die Fütterung schrittweise auf andere Futtersorten erweitert werden. Ab diesem Alter nehmen sie auch gern Grindalwürmer und handelsübliches Jungfischfutter an.

 

Je nach Besatzstärke erfolgt alle drei bis fünf Tage ein Wasserwechsel von 50 %. Dabei wird ein dünner Luftschlauch mit Schaumstoffaufsatz verwendet, um Jungfische nicht anzusaugen. Auch das Frischwasser sollte langsam über denselben Schlauch zugegeben werden, da zu abrupte oder zu große Wasserwechsel bei Jungfischen leicht Verluste verursachen können.

 

Nach drei bis vier Monaten sind die Jungfische robust genug, um in ein Arten- oder Gesellschaftsbecken überführt zu werden. Zu diesem Zeitpunkt fressen sie problemlos Frost‑, Lebend‑ und Trockenfutter.

Methode 2 – Dauerzucht im 80‑Liter‑Becken

Aktuell wird eine Variante mit sieben Zuchtpaaren in einem 80‑Liter‑Becken praktiziert. Dieses ist schlicht gehalten, mit dunklem Kies und großblättrigen Pflanzen als Strukturgeber. Ein kleiner Ballen Javamoos dient als Laichsubstrat und wird alle zehn Tage bei einem Wasserwechsel von 70 % gegen frisches Moos ausgetauscht.

 

Das entnommene Moos wird in ein separates 25‑Liter‑Aufzuchtbecken mit identischen Wasserwerten überführt, das außer einem Schaumstofffilter keine Einrichtung enthält. So gelangen die anhaftenden Eier und frisch geschlüpften Jungfische in ein sicheres, übersichtliches Umfeld. Alle zehn Tage werden weitere drei Moosbüschel nach dem gleichen Prinzip umgesetzt.

 

Nach einigen Wochen wird die Zucht in diesem Becken beendet oder in einem neuen Aquarium fortgeführt, um Größenunterschiede zwischen den Jungfischen zu vermeiden. Bei zu starkem Größenunterschied kann es zu Kannibalismus kommen. Die anschließende Aufzucht der Jungfische erfolgt wie in Methode 1 beschrieben.

 

Diese Vorgehensweise hat sich als zuverlässig erwiesen und ermöglicht eine gleichmäßige Nachzucht über längere Zeiträume bei moderatem Aufwand.